Gutes Ergebnis trotz schwieriger Umfeldbedingungen

(sf)Die Sparkasse Ingolstadt Eichstätt zieht erstmals nach der Fusion Bilanz

Für die Vorstände und Verantwortlichen der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt war die diesjährige Bilanzpressekonferenz eine ganz besondere, denn schließlich präsentierten sie zum ersten Mal nach der Fusion der beiden Kreditinstitute gemeinsam Zahlen aus dem vergangenen Geschäftsjahr. Und während die „neue“ Sparkasse schon seit dem 1. Januar als Rechtsperson besteht, muss die technische Zusammenführung noch vollzogen werden. Kunden müssen sich daher am kommenden Wochenende ( 18. und 19. März) auf teils erhebliche Einschränkungen beim Bargeldabheben, dem bargeldlosen Einkauf sowie beim Onlinebanking einstellen.

 

Die Fusion sei ein voller Erfolg gewesen, betonten sowohl Vorstandsvorsitzender Jürgen Wittmann als auch sein Stellvertreter Emmeran Hollweck und die Vorstandsmitglieder Karl-Heinz Schlamp und Reinhard Dirr. Eine Fusion auf Augenhöhe und schon gar nicht aus Zwang, sondern freiwillig wie Wittmann betonte. Mit Blick auf die Zukunft versuche man „das Beste aus beiden Häusern zu vereinen“.

Damit man auch in der neuen Konstellation erfolgreich bleibt, sei es wichtig, Kosten zu beherrschen, Risiken zu minimieren sich auf die eigenen Stärken zu besonnen – im Falle der Sparkasse die kunden- und bedarfsorientierte Beratung. „Die Kunden haben ihrer Sparkasse vertraut und den Mehrwert persönlicher Beratung und Betreuung vor Ort erlebt“, sagte Wittmann. „Ein Händedruck und Augenkontakt sind halt doch mehr wert als nur Pixel“, meinte der Vorstandsvorsitzende mit Blick auf Banken, die nur noch auf das Onlinegeschäft setzen.

 

Erfolgreich war die Sparkasse Ingolstadt Eichstätt in vielen Bereichen im vergangenen Jahr tatsächlich, wie Wittmann gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen im Rückblick erläuterte.Denn trotz schwieriger Umfeldbedingungen konnte die Sparkasse durchaus auf ein erfolgreiches Jahr 2016 blicken. Mit einer Bilanzsumme von 5, 2 Milliarden Euro, zwei Hauptstellen, 46 Geschäftsstellen und einem Privatkundenanteil von knapp 50 Prozent ist sie weiterhin das führendste Kreditinstitut in der Region. Und auch ein großer Arbeitgeber und Ausbilder, denn fast 1000 Menschen sind bei der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt beschäftigt. Ferner sei die die Ertragslage hervorragend, die sogenannte Cost-Income-Ratio (also die Aufwands-/Ertragsrelation) liege bei 52,2 Prozent und sichere der Sparkasse einen Spitzenplatz unter den bayerischen Sparkassen. Der Bilanzgewinn betrage 12,5 Millionen Euro und ermögliche eine Aufstockung des Eigenkapitals.

 

Was der Finazbranche und natürlich auch den Kunden weiterhin arg zusetzt, war die anhaltende Niedrigzinsphase – mittlerweile das dritte Jahr in Folge. Zwar werden Prognosen zufolge die Zinsen wahrscheinlich leicht wieder ansteigen , wie die Vorstandsmitgleiter erklärten, aber in nächster Zeit weiterhin sehr niedrig bleiben.Und dann gab es noch den „Brexit“ und den Wahlsieg Donald Trumps , die beide negative Auswirkungen auf die Märkte hatten sowie viele weitere Faktoren wie eine zunehmende „Regulations- und Bürokratieflut“ seitens des Gesetzgebers, die Ertragschancen für Kreditinstitute mindern, wie Wittmann erklärte.

 

In der Niedrigszinsphase war daher wie im Vorjahr auch das Wertgeschäft wieder ein ganz besonders wichtiges Thema für die Sparkasse. Meistens werde in flexible Mischfonds investiert, aber die Kunden steckten ihr Geld auch gerne in Fond, die einen guten Dividendenertrag versprachen. Und natürlich wird in Zeiten von niedrigen Zinsen gerne nach Krediten gefragt. Die Neuzusagen durch die Sparkasse stiegen noch einmal kräftig an und erreichen nunmehr einen Wert von 878 Millionen Euro, eine Ausweitung um satte 11 Prozent. Ein beachtliches Ergebnis, denn die bayerischen Sparkassen insgesamt konnten da nicht mithalten. Hier verringerten sich die Zusagen um 3,8 Prozent. Besonders wichtig war aus geschäftspolitischer Sicht natürlich auch die Finanzierung des Wohnungsbaus in der „Boomregion“ Ingolstadt. Hier wurden 489 Millionen Euro( ein Plus von 7,2 Prozent zum Vorjahr) zugesagt.

 

Auch in Zukunft werde man am Bewährten wie dem Kreditgeschäft festhalten, betonte Wittmann. Trotz allem werde es natürlich auch einige Veränderungen geben. Personal soll allerdings nicht durch Kündigungen reduziert werden, vielmehr setze man auf das Ausscheiden aus Altersgründen, um nach und nach einige Stellen abzubauen. Außerdem sollen einige kleinere Filialen zu größeren zusammengelegt werden. ( So beispielsweise die Filialen Großmehring und Mailing Ende 2017). Auch das soziale Engagement in vielen Bereichen soll beibehalten werden.

 

 Foto: Karl-Heinz Schlamp, Jürgen Wittmann, Emmeran Hollweck und Reinhard Dirr bei der Bilanzpressekonferenz

 

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