„Gut aufgestellt im Bereich E-Mobilität“

(sr) Automatisiertes Fahren im Test: Nach einem Fahrversuch in der Carissma-Halle überreichte der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller (zweiter von rechts) an  Prof. Dr. Walter Schober (rechts), Präsident der THI Ingolstadt, die Förderzusage für ein Forschungsprojekt in der Fahrzeugsicherheit. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,3 Millionen Euro gefördert.

Das Thema Elektromobilität sei für die THI extrem wichtig, so Hochschul-Präsident Prof. Dr. Walter Schober bei seiner Begrüßung. Derzeit gebe es an der THI fünf Studiengänge zum Thema Elektromobilität, darunter auch maßgeschneiderte Studiengänge für Unternehmen sowie berufsbegleitende Studiengänge. Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, plädierte im Rahmen der Konferenz des „Netzwerk Qualifizierung Elektromobilität (NQuE)“ für ein aktives Gestalten des Mobilitätswandels durch Politik und Wirtschaft. Die Konferenz, die die THI gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung und der RWTH Aachen durchführt, soll den Status Quo der Qualifizierungsprogramme im Bereich Elektromobilität aufzeigen. „Wir sind gut aufgestellt im Bereich E-Mobilität, wir haben gut ausgebildete Fachkräfte“, so Müller. Das System der dualen Ausbildung funktioniere gut und auch an den Hochschulen habe man schnell reagiert mit neuen Studiengängen und Weiterbildungsangeboten in diesem Bereich. Der Parlamentarische Staatssekretär lobte auch Carissma, das Testzentrum für Fahrzeugsicherheit. „Das ist einzigartig“, so Müller.

Wie einzigartig dieses Zentrum ist, davon konnte sich Stefan Müller gleich persönlich überzeugen. Ein Versuch zum Thema hochautomatisiertes Fahren zeigte, wie schnell ein Testwagen ohne Fahrer bei nasser Fahrbahn plus Nebel eine Person erkennt – und selbstständig rechtzeitig abbremst. Prof. Dr. Thomas Brandmeier, wissenschaftlicher Leiter von Carissma, erläuterte den Fahrversuch und führte die Besuchergruppe (darunter auch MdB Dr. Reinhard Brandl) durch die Carissma-Halle. Ausweichen, Schleudern, Bremsen – in solchen und weiteren kritischen Situationen unter ungünstigen Witterungsverhältnissen werden die Systeme getestet. Damit sie kritische Situationen „fühlen“ können, seien intelligente Untersuchungen erforderlich. Ziel sei es, diese Systeme dann auch umzusetzen, so Brandmeier.     

Nachdem sich Stefan Müller einen Überblick über die aktuelle Fahrzeugsicherheitsforschung an der THI verschafft hatte, überreichte der Staatssekretär der THI die offizielle Urkunde zur Förderzusage des Safir-Projekts „Mixed-Reality-Versuchsumgebung für sicherheitskritische Funktionen beim hochautomatisierten Fahren“. „Die THI sticht hervor aus der HAW-Landschaft hervor, die Carissma-Halle hat Leuchtturm-Charakter. Das wiederum zeigt die Exzellenz der THI“, betonte Müller. Prof. Dr. Andreas Riemer, stellvertretender Leiter Carissma, wies darauf hin, dass durch das Safir-Projekt fünf Doktoranden vier Jahre lang beschäftigt werden können. Die THI entwickle gemeinsam mit den beiden „Erzrivalen“ Audi und BMW Methoden, wie man das automatisierte Fahren absichern und anwenden könne. In einer Mischung aus Simulation und Realversuchen gehe es darum, nachzuweisen, dass das System automatisiertes Fahren funktioniere.   


Zum SAFIR-Projekt

Die THI erhält für die Forschungspartnerschaft SAFIR (Fahrzeug- und Verkehrssicherheit) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) knapp 6 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. Mit diesem Zuschlag ist die THI im bislang umfangreichsten Förderprogramm des BMBF für Fachhochschulen eine von deutschlandweit zehn ausgewählten Hochschulen, die eine Förderung bewilligt bekommen haben. Vorausgegangen war ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren, an dem über 80 Hochschulen aus ganz Deutschland teilgenommen hatten.

Für das aktuelle SAFIR-Projekt „Mixed-Reality-Versuchsumgebung für sicherheitskritische Funktionen beim hochautomatisierten Fahren“ hat das BMBF nun rund 1,3 Millionen Euro freigegeben. Die im Rahmen des Projekts kooperierenden Unternehmen haben weitere 500.000 Euro zugesagt.

Mit SAFIR baut das Forschungs- und Testzentrum CARISSMA der THI eine strategische Partnerschaft mit über 20 hochspezialisierten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Automobilherstellern und -zulieferern, Gebietskörperschaften und öffentlichen Akteuren auf, um gemeinsam an innovativen Technologien in der Fahrzeug- und Verkehrssicherheit zu forschen.

Das im Rahmen von SAFIR generierte Wissen soll direkt in der Region anwendbar sein. Mit dem Forschungs- und Testzentrum CARISSMA wurde hierfür ein wesentlicher Pfeiler geschaffen. Das Forschungsvorhaben soll dazu beitragen, Lösungen für die Herausforderungen der Automobilindustrie, wie sie derzeit in derzeit im autonomen Fahren oder in der Elektromobilität entstehen, zu entwickeln. Das Akronym SAFIR steht für „Safety for all – Innovative Research Partnership on Global Vehicle and Road Safety Systems“.

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Fotos: Sabine Roelen

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