Manching marschiert

(pr) Die Bezirksliga bietet sowohl an der Tabellenspitze als auch im Abstiegskampf Spannung.

Während die Vereine auf Kreisebene – bis auf vereinzelte Nachholspiele am kommenden Wochenende – noch bis Anfang April auf das erste Ligaspiel im Kalenderjahr 2017 warten müssen, rollt der Ball in den höheren Ligen seit zwei Spieltagen bereits wieder. So auch in der Bezirksliga Oberbayern Nord, in der es nun endgültig in die spannende Phase geht. Mittendrin: die regionalen Vertreter SV Manching, TSV Jetzendorf, TSV Rohrbach, FC Gerolfing, ST Scheyern und FC Sandersdorf.

Dass im kommenden Jahr nochmals so viele Vereine aus der Umgebung in der Bezirksliga kicken, ist aber unwahrscheinlich, denn ausnahmslos alle Vereine stecken entweder im Aufstiegs- oder im Abstiegskampf. So liefern sich der SV Manching (46 Punkte) und der TSV Jetzendorf (45) ein packendes Rennen um den einzigen direkten Aufstiegsplatz, wobei sich auch der TSV Rohrbach (34, bei einem Spiel weniger) noch leise Hoffnungen auf den Relegationsplatz machen darf. Die Jetzendorfer überwinterten auf dem begehrten ersten Platz, mussten die Tabellenführung aber gleich am ersten Spieltag im neuen Jahr an die Manchinger, die noch dazu eine Partie weniger bestritten haben, abgeben.

Die Mannschaft von Interimstrainer Thomas Geisler profitierte dabei von der 1:3-Niederlage Jetzendorfs beim Viertplatzierten TSV Erding. Die Grünhemden selbst erledigten ihre Pflichtaufgabe beim abstiegsgefährdeten SV Nord Lerchenau recht souverän (3:1) und grüßen nun wieder von der Tabellenspitze. Daran änderte sich auch nach dem vergangenen Spieltag nichts, als die Manchinger bei schwierigen Bedingungen (schlechter Rasen und starke Böen) erneut kein Feuerwerk abfackelten, letztendlich aber verdient einen 2:0-Heimsieg über den FC Moosburg einfuhren.

Wie auch schon beim vorangegangen Spiel, zog dabei wieder Tobias Strobl im Mittelfeld die Fäden. Der Ex-Spielertrainer erfüllt also sein Versprechen, trotz des Abschieds im Winter zu Regionalligist Rosenheim (als Trainer), weiterhin für den SVM aufzulaufen. Ein wichtiger Faktor im Aufstiegsrennen für den Spitzenreiter, für den auch die im Winter verpflichteten Andrej Kubicek und Eduard Hardok als Einwechselspieler zum Einsatz kamen. Offensivspieler Kubicek markierte dabei den 2:0-Endstand. Der 23-Jährige wechselte vom FC Gerolfing zu den Manchingern, wobei er in dieser Spielzeit nicht für die Gerolfinger auflief. FCG-Coach Jürgen Steib erklärte bereits zum Ende der vergangenen Saison hin, er rechne nicht damit, dass Kubicek unter ihm spielen wolle.

Auch Hardok kickte zuvor für die Gerolfinger, sammelte in der Hinrunde studiumsbedingt aber keine Einsatzminuten für den Absteiger. In Gerolfing soll man sich im Winter dann nicht um Hardok bemüht haben, heißt es aus verlässlichen Quellen, weshalb der Defensivspezialist lieber zum Aufstiegsaspiranten Manching wechselte. Der 24-Jährige kam in den vergangenen fünf Spielzeiten auf 122 Einsätze, war in Gerolfing also absoluter Leistungsträger. Kurios: Der FC Gerolfing suchte in der Winterpause nach Spielern, die sich mit der Aufgabe und dem Verein identifizieren und im besten Fall bereits höherklassig gespielt haben. Hardok wurde dabei wohl übersehen. So konnten Kubicek, der bereits gegen Lerchenau eine Torvorlage beisteuerte, und Hardok den Verein ablösefrei verlassen und waren sofort spielberechtigt, da ihr letzter Einsatz über ein halbes Jahr zurücklag.

Die Gerolfinger selbst starteten verspätet ins neue Jahr, nachdem das Heimspiel gegen den TSV Rohrbach abgesagt worden war. Damit darf der FC Gerolfing neben der ebenfalls abgesagten Partie gegen den FC Schwabing München aus dem vergangenen November ein weiteres Nachholspiel austragen. Diese zwei Partien weniger als die Konkurrenz und der erste Pflichtspielauftritt 2017 geben den Gerolfinger Anhängern Hoffnung. Beim 0:0 gegen den Tabellendritten FC Moosinning standen die auswärtsschwachen Ingolstädter (nur sieben Punkte in der Ferne) kurz vor einer dicken Überraschung. Die Gäste hatten die besseren Chancen und überzeugten, allerdings verhinderte abermals die schlechte Chancenverwertung einen Dreier. Dennoch lässt sich auf diese Leistung aufbauen. In den kommenden Spielen muss der FCG, der auf einem Relegationsrang liegt, jedoch dringend dreifach punkten, um den Anschluss ans rettende Ufer wieder herzustellen. Der Tabellendreizehnte (20) hat aktuell sieben Zähler Rückstand auf den elftplatzierten SV Nord Lerchenau (27), jedoch nur zwei beziehungsweise fünf Punkte Vorsprung auf Lohhof (18) und Scheyern (15), die direkte Abstiegsplätze belegen.

Die bereits abgeschriebenen Scheyerner legten einen starken Start hin und punkteten gegen den direkten Konkurrenten Günding (3:2) und auch in Rohrbach (1:1). Der Aufsteiger darf sich deshalb wieder berechtigte Hoffnungen machen, noch den Relegationsplatz zu erreichen. Dazu müssen die Pfaffenhofener ihre starke Form allerdings beibehalten beziehungsweise sich nochmals steigern. Keine Hoffnung mehr gibt es beim Schlusslicht FC Sandersdorf, der beide Partien im neuen Kalenderjahr verlor (1:3 zuhause gegen Lohhof und 1:4 in Jetzendorf). Sogar rein rechnerisch könnte den Schambachtalern schon am kommenden Wochenende der direkte Klassenerhalt nicht mehr möglich sein.

Dies wäre der Fall, wenn die Sandersdorfer ihre 19. Schlappe (im 22. Spiel!) kassieren und die Lerchenauer zuhause einen Sieg einfahren würden. Gegner der Münchener ist dabei am Sonntag der ST Scheyern. Eine halbe Stunde später ist dann Anpfiff beim FC Sandersdorf, der gegen den Tabellenzehnten SV Sulzemoos ran muss. Bereits einen Tag zuvor empfängt der Sechstplatzierte SpVgg Feldmoching den TSV Jetzendorf (13.30 Uhr), während Manching bei Jetzendorfs Stolperstein TSV Erding gefragt ist (14.30 Uhr) und die Spielvereinigung Kammerberg (8.) zum FC Gerolfing reist (15 Uhr).

Bild: Führte Manching auf die Siegerstraße: Mit seinem vierten Saisontor leitete der 19-jährige Jan Witek den 2:0-Sieg über Moosburg ein.

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