Sauberer Cut

(sk) Der ERC Ingolstadt trennt sich von Jiri Ehrenberger und neun Spielern, auch Peppi Heiß verlässt die Panther

Von einer „einvernehmlichen Trennung“ von Sportdirektor Jiri Ehrenberger sprach Geschäftsführer Claus Gröbner und dass man sich die Entscheidung nicht leichtgemacht habe. Er lobte die Kompetenzen Ehrenbergers, wies aber auch auf die verfehlten Saisonziele hin. Auch seine Defizite in der Kommunikation vor allem mit Medien und Fans sei ein ausschlaggebender Punkt gewesen, da dies auch „der Schlüssel zum Erfolg“ für einen Sportdirektor sei. Einen neuen Kandidaten für das Amt gibt es noch nicht: „Wir wollten einen sauberen Cut, da kann man nichts im Hintergrund vorbereiten“, so Gröbner. Man wolle sich auch nicht unter Druck setzen, sondern in Ruhe einen Nachfolger suchen. Das Anforderungsprofil steht indes schon: kommunikativ stark, charismatisch und kooperativ soll er sein und sich sowohl in der Liga als auch im Nachwuchsbereich auskennen. Ein guter Draht nach Nordamerika und Schweden wäre auch willkommen.

Änderungen wurden auch beim Spieler-Kader vorgenommen – gleich neun Spieler werden in der kommenden Saison nicht mehr für den ERC auflaufen: Brian Salcido, Thomas Pielmeier, Petr Pohl, Jean-Francois Jacques sowie die erst während der Saison verpflichteten Björn Svensson, Brett Bulmer und Daniel Larsson werden am Sonntag bei der Saison-Abschlussfeier verabschiedet werden.

Unsicher ist noch die Zunkunft von Danny Irmen, Martin Buchwieser und Darryl Boyce, während man bei David Elsner, Simon Schütz und Fabio Wagner von einer Vertragsverlängerung ausgehen kann. Die Kaderplanungen für die neue Saison liegen derzeit jedoch bis zur Nachbesetzung des Sportdirektors auf Eis.

Tommy Samuelsson bedauerte zwar die Trennung von Ehrenberger, aber „das ist in unserem Geschäft leider so“. Ihm sind vor allem die Loyalität und Kooperation zwischen allen Beteiligten wichtig, denn „Zusammenarbeit ist der einzige Weg zum Ziel“.

Auch die „Ingolstädter Weg“ soll weitergeführt werden. Hier ist Samuelsson auch die Zusammenarbeit mit Petr Bares, der jetzt wieder im Jugendbereich tätig ist, sehr wichtig: „Hier haben wir eine rote Linie von der Jugend bis zu den Profis“, so Samuelsson. Ein offensiv-starkes und laufintensives Spektakel soll ab der nächsten Saison wieder das Pantherspiel definieren, so Claus Gröbner. Dabei sollen die Faszination Eishockey und der Eventcharakter des Spiels live vor Ort in der Arena wieder mehr Fans zu den Matches locken.

Der erste Schritt ist mit den Personalentscheidungen beim ERC Ingolstadt gemacht, das Festhalten an Tommy Samuelsson als Cheftrainer war sicherlich die richtige Wahl. Es bleibt zu hoffen, dass er mit dem neuen Sportdirektor eine Mannschaft zusammenstellen kann, die in der kommenden Saison erfolgreicher abschneidet als in den beiden vergangenen Spielzeiten. Denn auch wenn der ERC trotz ausgefallener Play-off-Spiele wirtschaftlich eine „schwarze Null“ vorweisen kann, eine dritte schwache Saison wäre eine Katastrophe.

Foto: Bösl

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