Sofortmaßnahme in Sachen Kurzzeitpflege

(bp/sr) Das Heilig-Geist-Spital bietet wieder fünf Kurzzeitpflegeplätze. OB Christian Lösel zu dieser sozialen Maßnahme, die durch die Stadt Ingolstadt finanziert wird:

 


In den vergangenen Jahren hat sich in Ingolstadt die Situation im Bereich der vollstationären Pflege gewandelt. Durch die starke Nachfrage nach vollstationären Pflegeplätzen sind die Pflegeeinrichtungen in der Stadt überwiegend voll belegt. Denn fast alle stationären Einrichtungen bieten Kurzzeitpflegeplätze nur eingestreut an, das heißt, nur wenn ein Pflegeplatz nicht für einen dauerhaft untergebrachten Bewohner benötigt wird, steht er als Kurzzeitpflegeplatz zur Verfügung.

Das Heilig-Geist-Spital, die einzige Einrichtung in Ingolstadt die bisher feste Kurzzeitpflegeplätze angeboten hat, musste diese wegen der fehlenden ausreichenden Finanzierung durch die Pflegekassen Ende 2016 aufgeben. Die Stadt Ingolstadt hat deshalb als Sofortmaßnahme zur Sicherung des Angebots von planbaren Kurzzeitpflegeplätzen die Förderung von fünf dauerhaften Plätzen ausgeschrieben. Dies allerdings unter der Bedingung, dass damit keine vollstationären Pflegeplätze wegfallen, die ebenfalls dringend benötigt werden. Die Finanzierung der Kurzzeitpflegeplätze übernimmt die Stadt Ingolstadt. Pro Platz bedeutet das, 10.000 Euro pro Jahr. 

Als einzige Einrichtung hat sich das Heilig-Geist-Spital auf die Ausschreibung beworben und damit auch den Zuschlag erhalten. Mit sofortiger Wirkung stehen dort nun wieder fünf feste Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung. Das Angebot gilt vorrangig für Ingolstädter Bürger, die in ihrem häuslichen Umfeld durch Angehörige oder sonstige nahestehende Personen gepflegt werden. Auch im Falle einer vorübergehenden Verhinderung der Pflegeperson kann diese Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden.

„Es freut mich, dass wir im Rahmen der Soforthilfe pflegenden Angehörigen damit wieder eine verlässliche und planbare Möglichkeit der zeitweisen Entlastung und Erholung bieten können“, so Oberbürgermeister Christian Lösel. „Wir kümmern uns vor Ort um Probleme, die eigentlich in Berlin gelöst werden müssten. Im Sinne eines sozialen Ingolstadt ist mir dies aber ein wichtiges Anliegen, denn eine zufriedenstellende Pflegesituation ist ein essentielles Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger.“

Ergänzend hat der Oberbürgermeister bereits im Januar ein Gutachten zur Situation der Pflege in Ingolstadt in Auftrag gegeben. „Damit steht absehbar eine solide Datenbasis zur Verfügung, auf deren Grundlage weitere Problemlösungsstrategien erarbeitet werden können, um die Pflegelandlandschaft in Ingolstadt insgesamt auch auf lange Sicht bedarfsgerecht zu gestalten“, so Dr. Lösel.

In der Februar-Sitzung des Stadtrates wurden viele weitere mögliche Maßnahmen diskutiert, deren Prüfung der Stadtrat einstimmig beauftragt hat. Ein referatsübergreifendes Arbeitsteam soll noch vor der Sommerpause Vorschläge liefern, wie man beispielsweise vor Ort dem Fachkräftemangel in den Pflegeberufen begegnen kann. Aufgrund der überregionalen Zuständigkeit werden die Sozialministerinnen und die örtlichen Bundestagsabgeordnete und Landtagsabgeordnete angeschrieben.

Für interessierte Bürgerinnen und Bürger steht das Heilig-Geist-Spital für Auskünfte und Buchungen zur Verfügung unter Telefon 0841/305-46238 und 305-46200.

Aufmacherfoto:

OB Christian Lösel (zweiter von links) zwischen Sozialreferent Wolfgang Scheuer (links) und Stadtpressesprecher Michael Klarner (zweiter von rechts) bei der städtischen Pressekonferenz am 07.03.17. Foto: Stadt Ingolstadt / Bernd Betz

Diesen Beitrag mit anderen teilen