KnappsIdee

Der Eichstätter Landrat verwirrt mit seiner Gemeinderatskandidatur Freund und Feind. 

Landrat Anton Knapp gilt als besonnener Mensch, der sich nicht von Emotionen hinreißen lässt, vielmehr strategisch denkt. Diesen Ruf, so meinen selbst Irritierte Parteifreunde, setze er jetzt aufs Spiel. Knapp hat nicht nur, was juristisch zulässig, aber politisch fragwürdig ist, als Landrat für das Amt eines Gemeinderats der unter seiner Rechtsaufsicht stehenden Gemeinde Gaimersheim kandidiert. Er will, da er in den Gemeinderat gewählt wurde, dieses Amt auch antreten. Und das ist nach einhelliger Meinung der Juristen unzulässig.  Knapp aber beharrt darauf, Gemeinderat in Gaimersheim zu werden. Wirklich?
 
Knapp ist zur Gemeinderatswahl überhaupt nur angetreten, weil er wusste, dass er der CSU mit seinem Namen Stimmen bringen würde. Bezeichnenderweise nahm er auf der CSU-Liste einen der hinteren Ränge ein und wurde natürlich nach vorn und in den Gemeinderat "gehäufelt".
 
Während dahinter von Freund und Feind politisches Kalkül, das aufging, vermutet wurde, rätsel fast alle, warum sich Knapp der einhelligen Rechtsauffassung, wonach er das Gemeinderatsmandat nicht annehmen darf, nicht ohne weiteres beugen möchte. Ist der mit großer Mehrheit - wie erwartet - wiedergewählte Landrat starrsinnig? Mitnichten.  Es gibt nämlich eine ganz plausible Erklärung, warum Knapp sich zwingen lassen will, auf das Mandat in Gaimersheim zu verzichten: Zieht er nicht in den Gemeinderat ein, dann rückt der nächste auf der CSU-Liste nach. Das ist Michael Bauer - Knapps Schwiegersohn in spe, zumindest der Lebensgefährte einer seiner Töchter. Würde Knapp nach seiner politisch umstrittenen Kandidatur zu rasch das Feld räumen und damit sein Bauer  problemlos nachrücken, hätte das vielleicht ein "Gschmäckle", wäre politisch anrüchig. Schaltet Knapp aber scheinbar auf stur, so wird Bauer nicht dank des Verzichts des Vaters seiner Partnerin sonder wegen der juristischen Zwänge Gemeinderat.
 
Diese Angst, der Begünstigung von Familienmitgliedern oder deren Partnern bezichtigt zu werden, ist angesichts verschiedener Vorfälle in Bayern natürlich nicht unbegründet und im Falle des Landrats schon zweimal angebracht. Sitzen doch schon seine Tochter Maria Ledl und die Schwester von Michael Bauer, nämlich Andrea Peschler im Gemeinderat. Ob Anton Knapp oder Michael Bauer, der Knapp-Clan (im weiteren Sinn) wird mit drei Personen in der CSU-Fraktion vertreten sein. Darüber darf gelästert werden, aber nicht von den Freien Wählern: Mit Monika Raml und Hermann Schmidt stellen da Vater und Tochter zwei von drei Fraktionsmitgliedern.

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