Lebendige Innenstadt oder Museum?

(hk) Wird der Paradeplatz "zu lebendig"?

Jahrelang wurde beklagt, der Paradeplatz sei „tot“, müsse belebt werden. Nun hat er erstmals – dank des Einsatzes von  Christian Lösel, Klaus Mittermaier und Thomas Deiser – mit dem „Winterzauber“ ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben.

Das macht Mut und Deiser schlägt vor, durch einen Ausgleich der Höhenunterschiede auf dem Areal die Voraussetzungen für eine bessere Nutzung des Platzes zu schaffen. „Welcher Tribut soll der Unterhaltungs- und Freizeitgesellschaft auf Kosten unserer schönen Altstadt noch gezollt werden?“, kritisiert da sofort der frühere Stadtheimatpfleger Christian Dittmar in einem Leserbrief im Donaukurier.

Schaden Schlittschuhläufer und Eisstockschützen im Winter oder Boule- und Beach-Volleyballspieler im Sommer dem Paradeplatz und damit der Altstadt? Was bitte, darf man dann in der Innenstadt noch machen, ohne in Ungnade zu fallen? Vielleicht ehrfürchtig über zu Tode beruhigte Plätze wie dem vor der Hohen Schule schreiten, wo sich sommers wie winters kaum noch ein Mensch aufhält, nachdem auf Anregung selbsternannter Innenstadtaktivisten von dort der ruhende und fließende Verkehr verbannt wurde? In welcher Welt leben einige Ingolstädter eigentlich, dass sie es als störend empfinden, wenn künftig vom Campus der Technischen Hochschule junge Menschen in die Innenstadt gehen, um auf dem Paradeplatz Beachvolleyball zu spielen? Soll die Innenstadt ein Museum für ewig nörgelnde Rentner werden?

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