Klinikumsfamilie feiert und spendet

(stz) Spielende Kinder, gute Stimmung vor der Bühne und vor allem viele gute Gespräche – beim Familienfest des Klinikums Ingolstadt vor Kurzem war viel geboten. In lockerer Atmosphäre rückte dabei auch die „Klinikumsfamilie“ enger zusammen. Und nicht nur das: Vom erfolgreichen Familienfest profitieren nun vor allem auch Menschen, die es in den letzten Wochen und Monaten nicht so einfach hatten: Bei einer Spendenaktion kamen gut 10.000 Euro zusammen, die nun an die Flutopfer in Deggendorf gehen. Denn dort ist auch rund drei Monate nach der Katastrophe an vielen Stellen noch lange nicht wieder der Alltag eingekehrt.

Längst sind die Berichte über das verheerende Hochwasser in Deutschland aus den großen Schlagzeilen verschwunden. Die Opfer aber haben in den am schlimmsten betroffenen Regionen noch immer mit den furchtbaren Folgen der Flut zu kämpfen – zum Beispiel in Deggendorf. Hier sind längst noch nicht alle Folgen der Hochwasserkatastrophe beseitigt. Während die mediale Aufmerksamkeit sich inzwischen anderen Themen wie den Folgen der Bundestagswahl zugewandt hat, haben im Klinikum viele Mitarbeiter sowie befreundete Unternehmen anlässlich des Familienfests des Ingolstädter Schwerpunktkrankenhauses ein großes Herz für die Flutopfer bewiesen.

„Tolles Zeichen der Solidarität“

Genau 10.001 Euro kamen mithilfe von Spenden des Klinikums und befreundeter Firmen rund um das Familienfest des Klinikums zusammen, die nun an den stellvertretenden Deggendorfer Landrat Peter Erl übergeben werden konnten. „Ein tolles Zeichen der Solidarität“, freut sich Gabriele Pflock, die das Familienfest gemeinsam mit Mirela Leuca und Betriebsrätin Birgit Mederer organisiert hatte. Das Klinikum helfe ja oft auch Bedürftigen in aller Welt, operiere unentgeltlich kranke Kinder, unterstütze Krankenhäuser in Rumänien oder zuletzt in Legmoin in Burkina Faso. Es ist eine schöne Sache, wenn wir nun auch einmal im näheren Umkreis helfen können“, sagt Pflock.

Man habe sich umgehört, wo noch am meisten Hilfe benötigt werde. Während Passau insgesamt schon recht gut versorgt sei, so Pflock, werde nach den Auskünften der Behörden in Deggendorf noch allerhand Hilfe benötigt. Mit dem Spendenbetrag, den das Klinikum selbst aufgerundet hat, leistet das Schwerpunktkrankenhaus nun gerade in einer Phase, in der die öffentliche Aufmerksamkeit weitestgehend abgeebbt ist, einen wertvollen Beitrag. „Es steht uns als Krankenhaus sehr gut zu Gesicht, auch jenseits der medizinischen Hilfe solidarisch zu sein und zu helfen“, sagt Heribert Fastenmeier, der Geschäftsführer des Klinikums. „Es ist toll, dass unsere Mitarbeiter sich hier engagieren und vor allem, dass das auch im Rahmen eines Familienfestes unserer Klinikumsbelegschaft geschehen ist.“

„Viele unserer Kollegen kommen im Alltag nie zusammen oder kennen sich nur von E-Mails. Wir wollten ihnen die Möglichkeit bieten, sich auch einmal mit ihrer ganzen Familie in ungezwungener Atmosphäre zu begegnen und gemeinsam zu feiern“, fasst Pflock zusammen. Von dieser Möglichkeit machten bei dem Fest Ende Juli auch mehrere Hundert Mitarbeiter Gebrauch. Vor allem viele Familien mit Kindern waren gekommen und nutzten das reichhaltige Rahmenprogramm. Das reichte vom Weißwurstfrühstück über eine spannende Löschvorführung eines Fettbrandes durch die Betriebsfeuerwehr des Klinikums, ein interessantes Kinderprogramm mit Malen, Schminken, Luftballonbasteln oder einer Hüpfburg bis hin zu einer Tombola.

Wohl Neuauflage im nächsten Jahr

Bei herrlichem Sommerwetter konnten sich die Kinder auf dem Festgelände auf dem Sportplatz des Klinikums austoben und die Erwachsenen bei einer Brotzeit und guter Musik unterhalten. Eine besondere Attraktion für die kleinen Besucher war der Auftritt der Kinder-Kultband „Donikkl“. Dazu gab’s Musik von DJ Gandi und der Jazz-Combo des Reuchlin-Gymnasiums oder „Trialogo“ von Klezmer Musik und Tango Nuevo. „Ein Fest mit Kind und Kegel“ sollte es sein, hatte es in der Einladung geheißen. „Und das ist es auch geworden“, freut sich Gabriele Pflock mit ihrem Organisationsteam. „Es waren viele Familien da, und die Resonanz war sehr positiv.“

Und auch auf dem Fest selbst habe sich gezeigt, dass man im Klinikum auch jenseits des Arbeitsplatzes zusammenhalte: Die Mitarbeiter der Technischen Abteilung hatten ebenso wie das Team der Küche und des Personalkasinos freiwillig bei Aufbau und Verpflegung geholfen, und auch die Führungsspitze des Klinikums band sich die Kochschürze um: Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Günter Ochs, Pflegedirektor Erich Göllner und Prokurist Hans Georg Otto unterstützten fleißig die Köche am Grill und zeigten, dass sie auch mit dem Grillbesteck bestens umgehen können.

„Das Familienfest war nicht nur ein Fest für die Mitarbeiter und ihre Familien. Es hat auch gezeigt, dass das Klinikum auch eine große Familie ist“, freut sich Gabriele Pflock. Noch während des Festes hätten sich viele freiwillige Helfer für eine Neuauflage im nächsten Jahr angeboten. Es sei gut möglich, dass das Fest auch 2014 wieder zum familiären Miteinander in lockerer Atmosphäre einlade. Dann wird hoffentlich kein Spendenaufruf für ein neuerliches Hochwasser gebraucht. Derzeit aber dürfen sich die Betroffenen im Raum Deggendorf auch Wochen nach der Naturkatastrophe über großzügige Hilfe aus dem Klinikum und den befreundeten Firmen, die gespendet hatten, freuen.

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