Franz Hauk erhielt Bundesverdienstkreuz

(hk) Für seine Verdienste, insbesondere um die Wiederentdeckung von Simon Mayr, erhielt Dr. Franz Hauk das Bundesverdienstkreuz.

Der Mendorfer Simon Mayr wurde im 19. Jahrhundert in Italien berühmt. Seine Werke, insbesondere die Opernkompositionen, machten ihn zum Vater der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts, wie es Rossini einmal formulierte. Dann wurde er vergessen. Seit Jahrzehnten bemüht man sich in Ingolstadt, wo Mayr studierte und Bergamo, wo er komponierte, um Mayrs "Wiederbelebung". Großes hat bei diesem durchaus erfolgreichen Unterfangen der Ingolstädter Musiker Franz Hauk geleistet. Unter anderem dafür überreichte ihm Wolfgang Heubisch das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Hier die Laudatio:

Sehr geehrter Herr Dr. Hauk,

 

seit fast drei Jahrzehnten haben Sie sich besondere künstlerische und wissenschaft-

 

liche Verdienste im Bereich der Musik erworben. Als künstlerischer Leiter der von

 

Ihnen begründeten „Orgeltage Ingolstadt“ legen Sie ihr Augenmerk nicht nur auf die

 

große klassische Orgelliteratur, sondern fördern insbesondere auch die zeitgenössi-

 

sche Musik. Ebenfalls auf Ihre Initiative gehen die seit 1990 stattfindenden sonntägli-

 

chen „Orgelmatineen um Zwölf“ zurück, die dem Publikum bei freiem Eintritt ein aus-

 

gesuchtes Programm für Orgel und Kammerorchester näher bringen. 1994 gründe-

 

ten Sie eine Jugend-Orchesterakademie, die später in die vom Bayerischen Rund-

 

funk, der Audi AG und der Stadt Ingolstadt getragene BR-Orchesterakademie über-

 

ging und es besonders begabten Nachwuchsmusikerinnen und -musikern ermög-

 

licht, Erfahrungen in professioneller Orchesterarbeit zu sammeln. Mit Ihrem fortwäh-

 

renden Engagement und ihrem internationalen Renommee haben Sie den Stellen-

 

wert der Stadt Ingolstadt in der internationalen Orgellandschaft maßgeblich gestärkt.

 

Seit 1992 sind Sie Organist am Ingolstädter Münster. Konzertauftritte führten Sie in

 

die ganze Welt, was Ihren künstlerischen Rang als Organist belegt.

 

In musikwissenschaftlicher Hinsicht ist es Ihr besonderer Verdienst, ein führender

 

Initiator der Wiederentdeckung des Komponisten Johann Simon Mayr in Deutschland

 

zu sein. Über Jahre haben Sie in der Bayerischen Staatsbibliothek in München sowie

 

den Bibliotheken in Bergamo und Venedig recherchiert und geforscht. Sie konnten

 

vergessene Werke und Notenmaterial dokumentieren, bearbeiten und schließlich

 

vielfach zur glanzvollen Wiederaufführung bringen. Mit der Veranstaltung internatio-

 

naler wissenschaftlicher Symposien und der Übernahme der Geschäftsführung der

 

Simon-Mayr-Gesellschaft leisteten Sie Pionierarbeit in der deutschen Simon Mayr-

 

Forschung. Die Renaissance, die das Werk Simon Mayrs aktuell erlebt - zuletzt auch

 

in einer Neuinszenierung der Oper „Medea in Corinto“ an der Bayerischen Staats-

 

oper München -, ist in erheblichem Maß auf Ihre Arbeit zurückzuführen. Mit Ihrem

 

außergewöhnlichen Engagement im musikalischen und kulturellen Bereich haben

 

Sie sich große Verdienste um das Allgemeinwohl erworben.

 

Für Ihre Verdienste hat Ihnen der Herr Bundespräsident das Bundesverdienstkreuz

 

am Bande verliehen. Ich freue mich sehr, Ihnen diese hohe Auszeichnung aushändi-

 

gen zu dürfen.

 

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