Sechstklässler bauen einen Audi

(lb) Schüler der Ludwig-Fronhofer-Realschule bauen mit Audi Auszubildenden das Modell eines Urquattros nach

 

Zum zweiten Mal sind Auszubildende von Audi bei Schülern der Ludwig-Fronhofer-Realschule in Ingolstadt zu Besuch, biegen mit ihnen Metall, schneiden und isolieren Kabel. Was am Schluss dabei rauskommt, ist ein Modell eines Audi Urquattros - 20 Zentimeter groß, mit leuchtenden Scheinwerfern. Die Idee entstand auf Nachfrage von Mathe- und Physiklehrerin Ulrike Betz. Sie rief bei Audi an, um nach der Möglichkeit eines Schülerprojekts zu fragen und erfuhr von den Urquattro-Modellen. „Gerade die Altersgruppe der sechsten Klassen ist dafür perfekt, die sind noch sehr neugierig und aufgeschlossen“, sagt Betz.

54 Kinder sind fleißig dabei. „Man muss sich aber schon konzentrieren und auch Kraft haben“, sagt die 11-jährige Leonie Kratzig und erarbeitet mit zwei Mitschülerinnen das Außenmodell der Karosserie. Das Projekt soll einen Einblick in die Automobilindustrie liefern, den Kindern den Umgang mit Metall zeigen und ihnen eine Entscheidungshilfe für die spätere Berufswahl bieten. Lena Schmidl hat es beispielsweise gezeigt, dass sie später nicht in diesem Bereich arbeiten will: „Ich will lieber was mit Menschen machen.“ In einem zweiten Klassenzimmer erklärt der Auszubildende Markus Schmidhuber den Kindern die Lötkolben. Diese sind 350 Grad heiß. „Am Anfang haben viele Angst, den Lötkolben anzufassen, aber sie gewöhnen sich dran. Es ist toll, mit ihnen zu arbeiten, ist mal was anderes als im Werk zu sein“, erklärt der 17-Jährige.

Die Auszubildenden befinden sich alle im ersten Jahr ihres dualen Bildungsweges, das Projekt haben sie selbst geplant und eine einleitende Präsentation erstellt. Teamgeist steht dabei an erster Stelle: auch einem Schüler mit eingegipsten Arm wird beim Löten geholfen, damit auch er das Modell später mit nach Hause nehmen kann. Sechstklässlerin Alina Schiller hat bereits Ideen, was sie damit macht: „Ich schenk's vielleicht meinem Papa oder meinem Opa zum Geburtstag“.

Projektbetreuung Ulrike Betz hofft, dass das Projekt weiter bestehen bleibt: „Es macht einfach Spaß, wenn man das Leuchten in ihren Augen sieht. Letztes Jahr war eine Schülerin krank und konnte nicht beim Projekt dabei sein. Sie hat zuhause geweint, weil alle ihre Mitschüler ein Modell haben und sie nicht. Dann haben die Azubis ihr noch eines gebaut, das war einfach toll.“ 

 

 

 

 

(Fotos: Lisa Braun // Titelbild: Sophia Hofbeck)  

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